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  • Zwischen den Weltkriegen

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    Zwischen den Weltkriegen


    Der Krieg fand 1918 endlich sein Ende, doch für das deutsche Volk waren die Nachwirkungen noch lange spürbar.

    Trotz aller Widrigkeiten fanden sich 1919 unter Kurt Assert die unversehrt aus dem Krieg Heimgekehrten wieder zusammen, um den S.C. Comet neu zu beleben. Im alten Vereinslokal „Hohenrade" wurde Kurt Assert zum 1. Vorsitzenden gewählt. Der erst 1986 verstorbene Heinrich Köster wurde Schriftführer und Walter Fleck übernahm die Funktion des Kassenwartes.


    Ligamannschaft des SC Comet 1920
    Vordere Reihe: Willi Theine, Fritz Kühl, Paul Swenson
    Hintere Reihe: Karl Maurer, Eugen Jäger, Georg Pauschard, Richard Hartz, Julius Sell,
    Hein Jäger, Willi Putzke, Hans Jäger, Karl Nöhren, Hanni Pauschard


    Die Spiele wurden nunmehr in unmittelbarer Nähe des Vereinslokals ausgetragen.

    Bereits 1920 fand ein erneuter Wechsel in der Vereinsführung statt. Für Kurt Assert wurde Hugo Meyer zum 1. Vorsitzenden gewählt, dieser wiederum wurde nach 2 Jahren von Friedrich Zepfel abgelöst. Friedrich Zepfel blieb es vorbehalten, den S.C. Comet vom ATB, bei dem man noch immer unter den beschriebenen Ausnahmeregelungen spielte, in den DFB (Deutscher Fußball Bund) zu führen.

    In dieser Zeit der endgültigen Weichenstellung wurde das 1. Vereinsbanner eingeweiht, und Carl Jakobi überraschte mit dem Vereinslied:

    „Blau und Gelb sind unsere Farben."


    Auch auf sportlichem Gebiet waren jetzt beachtliche Erfolge zu verzeichnen. So konnte man Anfang der zwanziger Jahre den damals begehrten „Ostufer-Pokal" gewinnen, konnte man erstmalig Holstein mit 2 : l schlagen, in Hamburg bei „Vorwärts" mit 9 : l und in Lübeck beim „ATSV" mit 3 : 2 gewinnen.


    Ligamannschaft des SC Comet Anfang der zwanziger Jahre
    Joh. Klopp, Willi Horn, Hans Jäger, Hugo Maier, Paul Meinikat, F. Dietrichsen, F. Drewitz,
    Mocarawitz, Ernst Huse, Bruno Krause, Willi Putzke


    Mit der Fertigstellung des Sportplatzes in Mönkeberg erwirkte man bei der Gemeinde eine Genehmigung, im Wechsel mit dem S.V. Mönkeberg dort spielen zu dürfen. Ein Riesenschritt in Richtung „ordentlicher Spielbetrieb" war getan. Nunmehr ging es mit dem S.C. Comet stetig voran.

    Der Verein gründete eine Jugendabteilung und machte Friedrich Ehmsen zum ersten Jugend¬leiter des Vereins. Durch die Verlegung des Spielbetriebes nach Mönkeberg wurde auch ein Wechsel des Vereinslokales notwendig — es mußte den Aktiven die Möglichkeit gegeben werden, sich nach dem Spiel zu säubern und sich umzuziehen. Die Gaststätte „Gänsekrug", auf dem Wege zum Sportplatz in Mönkeberg gelegen, sollte für viele Jahre Heimstatt der Cometen werden. Die Vereinsvergnügen wurden in der Gaststätte „Waidmannsruh" (heute „II Camino") abgehalten.

    Die Spielstärke aller Mannschaften nahm in diesen Jahren ständig zu, und sehr bald war halb Dietrichsdorf nach Mönkeberg unterwegs, wenn die 1. Mannschaft gegen eine der „Etablierten" aus Kiel spielte.


    Ligamannschaft des SC Comet Mitte der zwanziger Jahre
    Vordere Reihe: Waldemar Pfaun, Georg Kasperzock, Willi Claußen
    Hintere Reihe: Walter Schuster, Hinnerk Kahl, Hans Rütz, Willi Lange, ?,
    Walter Felten, Edi Thun, Helmut Dorozillo, Herder Steen, Friedrich Zepfel


    1926 wurde Friedrich Zepfel für ein Jahr von Johannes Bünning als Vorsitzender abgelöst, um sich bereits 1927 wieder zur Verfügung zu stellen.

    Mit der Fertigstellung des Jahnplatzes am Strohredder fand man erstmalig, nach ISjährigem Bestehen, vor Ort Spielmöglichkeiten vor. Dem S.C. Comet blieb es vorbehalten, mit einem Spiel seiner 1. Mannschaft gegen „Sperber Hamburg" die Platzanlage einzuweihen. Über 1000 Zuschauer besuchten das Spiel, das schließlich 3 : 3 endete.

    Außer dem S.C. Comet haben der Neumühlen-Dietrichsdorfer Turnverein, die Männerabtei¬lung des ATB Kiel (heute NDTSV Holsatia) mit der Fußballabteilung „Adler" und der „F.C. Schwentinemünde" auf die Inbetriebnahme des Jahnplatzes gewartet. Zu diesen genannten Vereinen gesellten sich, allerdings nur zu einem kurzfristigen Gastspiel, die Spielgemeinschaft „Rot-Sport" und die „Deutsche Jugend-Kraft" (DJK). Da die neue Platzanlage ohne Umkleide-und Abstellmöglichkeiten gebaut war, wurde ein erneuter Vereinslokal-Wechsel erforderlich. Der S.C. Comet erwählte die Gaststätte „Waidmannsruh" (heute „II Camino") zum neuen „Treff' für seine Mitglieder.

    Die Tatsache, daß der Jahnplatz mit einer Aschenbahn und mit Möglichkeiten für fast alle leichtathletischen Disziplinen versehen war, ließ den Wunsch der Mitglieder laut werden, neben Fußball auch andere Sportarten zu betreiben.


    Ligamannschaft des SC Comet Ende der zwanziger Jahre
    Vordere Reihe: Karl Jacobi, Waldemar Nogens, bruno Tonn
    Hintere Reihe: Willi Nöhren, Waldemar Pichnick, Karl Baumann, Willi Ivens, Walter Liske,
    Alfred Spiegel, Ferd. Litzmann, Till Stark, Fritz Neumann


    So war es nur eine Frage der Zeit und der dazu bereiten Mitarbeiter, bis sich im S.C. Comet andere Sportarten etablierten. Franz Bussenius, Adolf Schröder und Karl Jakobi hatten großen Anteil an der Tatsache, daß der bis dato Fußball spielende Verein fortan Leichtathletik betrieb, daß man die Sommersportarten Schlagball und Faustball aufnahm, daß sich eine Handballabtei¬lung gründete, und schließlich unter der Leitung von Rudolf Westphal eine Turnabteilung ins Leben gerufen wurde, die aus Platzmangel vorerst in Wellingdorf ihrem Sport nachgehen mußte. Nach 5 äußerst erfolgreichen Jahren trat Friedrich Zepfel 1928 von seinem Amt als 1. Vorsitzen¬der zurück, ihm folgte Karl Maurer.

    Zur Tatsache, daß, wie bereits beschrieben, die Anzahl der den Jahnplatz benutzenden Vereine wuchs, kam die überall mit Freuden begrüßte Feststellung, daß sich die Zahl der Aktiven in allen Vereinen deutlich erhöhte. Auf dem Jahnplatz wurde es eng. Die Vereine begannen, nach Ausweichmöglichkeiten Ausschau zu halten. Während es dem Neumühlen-Dietrichsdorfer Turnverein gelang, relativ schnell fündig zu werden und den in der heutigen „Anschützsiedlung" liegenden „Friesenplatz" zu bauen, zerschlugen sich die Verhandlungen des S.C. Cometmitdem Wirt der Vereinslokals, Johannes Möller, der dem Verein ein Gelände hinter seiner Gaststätte zur Verfügung stellen wollte.


    Ligamannschaft des SC Comet Anfang der dreißiger Jahre
    Vordere Reihe: H. Dorozillo, A. Köster, F. Pfeiffer
    Hintere Reihe: R. Degenthoff, W. Rahlf, K. Nöhren, O. Reinke, G. Pauschardt, Ulrich, K. Krause, O. Döll


    Der Wirt der Gaststätte „Heuck's Etablissement", Johannes Broms, hatte in jenen Jahren die besseren Karten, er bot dem S.C. Comet ein Grundstück unter der Voraussetzung an, daß der Verein bereit sei, die Lokalität zu wechseln. Die Einmaligkeit dieses Angebotes wurde von den Verantwortlichen des Vereins sofort erkannt. Mit dem „neuen" Vereinswirt wurde ein Vertrag gemacht, und es wurden umgehend mit der Stadt Kiel Verhandlungen aufgenommen, die schließlich zum Bau eines eigenen Sportplatzes führten (siehe Sportplatzbau). Kurz vor seinem 25jährigen Vereinsjubiläum hatte sich der S.C. Comet zur stolzen Größe entwickelt. Dem Verein gehörten etwa 700 Mitglieder an, man spielte mit 4 Herrenmannschaften und zahlreichen Jugendmannschaften Fußball; der Handball und das Turnen hatten sich im Verein etabliert und im Sommer kamen Schlagball, Faustball und Leichtathletik hinzu.

    Leichtathletische Veranstaltungen, an denen Deutsche Meister teilnahmen, Lauf-und Schwimmwettbewerbe, die die Läufer durch den Ort zur Schwentine führten, wo die Schwimmer die Staffelte übernahmen, um sie später wieder an die Läufer zu übergeben, gehörten zum jährlichen Programm des Vereins.

    Nach 1933 stieg die Zahl der Mitglieder erheblich an, und die Leistungen der Sportler steigerten sich enorm. Nach der Machtübernahme durch Hitler wurde der „Arbeiter Turn- und Sportbund" (ATB) verboten. Der überwiegende Teil der Männerabteilung schloß sich dem S.C. Comet an. Die Handballer und die Turner im Verein konnten einen enormen Aufschwung verzeichnen. Im Handball wurde der S.C. Comet hinter dem damals schon dominierenden THW die Nummer 2 in Kiel.

    Leider brachte der politische Umschwung dem S.C. Comet nicht nur Vorteile.


    Ligamannschaft des SC Comet Mitte der dreißiger Jahre
    Vordere Reihe: Kurt Krause, Otto Reinke, A. Köster, K.-H. Boll, Erich Pries
    Hintere Reihe: Walter Kaack, Hans Wollschläger, Rudi Degenthoff, Walter Rahlf,
    Helmut Dorozillo, Heinrich Möller, Julius Michelsen, Werner Vuchelich


    Der sehr erfolgreiche l. Vorsitzende Karl Maurer wurde abgewählt, und Walter Kaack wurde neuer 1. Vorsitzender. Das 25jährige Vereinsjubiläum wurde 1937 festlich begangen. Der S.C. Comet war nach einem Vierteljahrhundert zu einer festen Größe im Kieler Sportgeschehen geworden und spielte mit seinen Veranstaltungen im kulturellen Leben der Bevölkerung dies-und jenseits der Schwentine eine nicht unerhebliche Rolle.

    Die Amtsdauer des 1. Vorsitzenden Walter Kaack endete nach zweijähriger Tätigkeit. Karl-Friedrich Rahneberg wurde sein Nachfolger, bevor Anton Haase für 12 Jahre das Zepter des Vereins in seine Hände nahm. Anton Haase konnte sicherlich nicht ahnen, daß es sehr, sehr schwere Jahre werden würden.


    Ligamannschaft des SC Comet Ende der dreißiger Jahre
    Vordere Reihe: B. Bedau, H. Hachenberger, H. Petersen
    Mitte: K. Rieger
    Hintere Reihe: Heinrich Jäger, E. Grimm, H. Möller, W. Schneekloth, H. Engler,
    G. Ottersdorf, F. Dengler, W. Vuchelich, Edwin Haase


    Im September 1939 begann der 2. Weltkrieg.

    Wie 1914 war es wieder die Jugend, die sich dem Dienst mit der Waffe zu stellen hatte. Die Zahl der Mitarbeiter, vor allem aber der Aktiven, verringerte sich drastisch und bewirkte einen zahlen-und leistungsmäßigen Rückgang der Aktivitäten im Verein.

    Daß es weiterging, war der Tatsache zu verdanken, daß nunmehr ältere Mitglieder des Vereins im Vorstand und in der Betreuung der Aktiven tätig waren, die zudem aufgrund ihrer Tätigkeit in der Rüstung vom Wehrdienst befreit waren. Sie verstanden es immer wieder, die Lücken — vor allem mit in Kiel stationierten Marinesoldaten — aufzufüllen, eine Maßnahme, von der die 1. Herren-Fußballmannschaft in diesen Jahren sehr profitieren sollte.

    So spielte der S.C. Comet während des 2. Weltkrieges, zusammen mit Holstein Kiel, VfB Lübeck u. a. in der Schleswig-Holsteinischen Gauliga. Die Cometen spielten hierbei keine schlechte Rolle. 1944 war dann endgültig alles vorbei.

    Der Cometplatz war durch Bomben zerstört, das Veremslokal lag in Schutt und Asche und selbst mit Hilfe der Soldaten war kein Spielbetrieb mehr möglich. Zum zweitenmal mußte der Spielbetrieb eingestellt werden.

    „Für Comet laßt uns jetzt streiten,
    für die blau-gelbe Couleur,
    wollen nicht wanken, wollen nicht weichen,
    siegen wollen wir immermehr"









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    Publiziert am: 2004-04-23 (4544 mal gelesen)

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